Wir haben uns dem Bündnis „NOlympia Berlin“ angeschlossen
NOlympia Berlin macht sich gegen die Bewerbung Berlins, um die Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 stark. Dafür strebt das Bündnis einen Volksentscheid an, der den Berliner Senat dazu auffordert die Bewerbung Berlins zurückzuziehen. Wir haben uns, zusammen mit dem BUND Berlin, dem Bündnis angeschlossen und unterstützen die Forderungen für ein sozial gerechtes und klimafreundliches Berlin – statt teure Olympische Spiele.
Warum gegen Olympia?
Da sich Berlin gegen die anderen Bewerber – Hamburg, München und die Region Rhein-Ruhr – durchsetzen muss, um deutsche Austragungsstadt für die Olympischen Spiele zu werden, werden schon jetzt 6 Mio. ausgeben, ohne zu wissen, ob die Spiele überhaupt in Berlin stattfinden. Und das während der Senat einen Sparhaushalt nach dem anderen verabschiedet, in denen jeder Euro dringend gebraucht wird, um Kürzungen woanders zu verhindern.
Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass die tatsächlichen Kosten für die Austragung der Spiele explodieren. Berlin ist mit 70 Mrd. Euro Schulden jetzt schon die am höchsten verschuldete Stadt Deutschlands und steht kurz vor einer Haushaltskrise. In dieser Situation können wir uns unkalkulierbare finanzielle Risiken im Rahmen der Olympischen Spiele einfach nicht leisten.
Berlins Sportstätten sind seit Jahren marode und kaputtgespart. Der Sanierungsstau liegt bei über 400 Mio. Euro. Aber statt Geld in die Sportinfrastruktur für alle Berliner*innen zu stecken werden für die Olympischen Spiele teure Prestigeprojekte, wie das Olympische Dorf, verwirklicht, womit dem Breitensport wirklich nicht geholfen ist.
Und auch die Athlet*innen haben nichts von den Olympischen Spielen. Nach Analysen gehen gerade einmal 4% der Milliarden-Einnahmen indirekt über Verbände an die Athlet*innen. Der Rest bleibt bei wenigen Funktionären des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der Senat spricht davon, dass die Olympischen Spiele das internationalen Ansehen Berlins fördern würden. Das verrät doch schon, dass es in erster Linie nicht um den Sport geht!

Der Senat hat immer noch kein umfassendes Konzept zur Umweltverträglichkeit der Olympischen Spiele vorgelegt. Für Neubauprojekte werden Flächen versiegelt, die extrem wichtig für Natur- und Hitzeschutz sind und auch die Belastung durch Lärm und Müll sind nicht zu unterschätzen.
Auch ist nicht geklärt, wie das erhöhte Verkehrsaufkommen durch die Masse an Besucher*innen getragen werden soll. Das Berliner ÖPNV-Netz ist schon ohne Olympische Spiele überlastet, weil unterfinanziert.
Berlin will sich auf der Weltbühne als prestigeträchtige Austragungsstadt präsentieren. In diesem Bild „stören“ Obdachlose, weshalb sie rücksichtslos vertrieben werden. In Paris wurden im Vorfeld der Olympischen Spiele über 12.500 Menschen aus der Stadt und anderen Regionen abtransportiert.
Allein durch den Bau des Olympischen Dorfs, zieht der Berliner Mietmarkt zusätzliche Spekulanten an. Spätestens, wenn das Olympische Dorf in teure Neubauwohnungen umgewandelt wird, werden die Mieten und die Gentrifizieren weiter angeheizt. Für den so wie so angespannten Berliner Mietmarkt und viele schutzlos ausgelieferte Mieter*innen wäre das eine soziale Katastrophe.
BUND Mitgliederbeschluss 2023
Wir haben uns schon 2023 aus historischen und sozialökologischen Gründen gegen die Olympischen Spiele stark gemacht. Auf der Mitgliederversammlung des BUND Berlin (unserer Dachverband) wurde dann auf unsere Initiative hin ein Mitgliederbeschluss gefasst, durch den sich auch der BUND Berlin gegen Olympia positionieren musste. Der Anschluss der BUNDjugend Berlin und des BUND Berlin ist somit keine Überraschung, sondern eher eine logische Schlussfolgerung aus unserem bisherigen Engagement.
Volksbegehren und Unterschriftensammlung
Die Auftaktveranstaltung des Bündnisses am Dienstag, den 22. April 2026 ist auch der Startschuss für das Sammeln der Unterschriften für das Volksbegehren. In unseren Räumlichkeiten (Erich-Weinert-Str. 82, 10439 Berlin) kannst du dann auch für das Volksbegehren unterschreiben und dir Material abholen. Außerdem werden die Unterschriftenbögen ebenfalls auf der Website des Bündnisses als Download verfügbar sein. Somit kannst du dann die Listen selbst ausdrucken, Unterschriften sammeln und einsenden. Vielen Dank für deine Unterstützung!