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Volksbegehren „Berlin Werbefrei“ – bei uns unterschreiben und Material abholen

Allgemein

Bei uns, in den Räumlichkeiten der BUNDjugend Berlin (Erich-Weinert-Straße 82, 10439 Berlin), kannst du für das Volksbegehren unterschreiben. Außerdem kannst du Unterschriftenlisten, „Berlin Werbefrei“ Westen, Infoheftchen und Klemmbretter mitnehmen, um auch auf der Straße die Initiative zu unterstützen.

Du kannst auch selber Listen ausdrucken und (auch unvollständig) persönlich oder per Post bei Berlin Werbefrei, Rigaer Str. 85, EG, 10247 Berlin einreichen.

Das Ziel von „Berlin Werbefrei“ ist es, bis zum 8. Mai 2026 240.000 Unterschriften zu sammeln.

Mehr Infos findest du unter der offiziellen Berlin Website und unter der Berlin Werbefrei Website. Bei Zweitem findest du auch eine Karte mit weiteren Standorten, bei denen du deine Stimme abgeben kannst, und Beispiele, welche Werbeanlagen gemeint sind.

Werbebefreiung Berlin 2026 Plakat

Was möchte das Volksbegehren „Berlin Werbefrei“ verändern?

Sie ist überall in unserem Alltag und wir bekommen sie bewusst oder unterbewusst mit: Werbung. Deswegen hat der Gesetzesvorschlag von „Berlin Werbefrei“ einige Ansätze, wie sich die Werbekultur Berlins für unser Wohlergehen verändern könnte.

Es ist nicht das Ziel Berlin „werbefrei“ zu machen. Werbung wäre weiterhin an Geschäften, Litfaßsäulen, Haltestellen des öffentlichen Personenverkehrs, Bauzäunen, auf privatem Grund sowie auf Veranstaltungen erlaubt.


Die digitale Werbung im öffentlichen Raum nimmt zu, besonders an Orten mit viel Menschenverkehr. „Berlin Werbefrei“ setzt sich dafür ein, dass die aktuellen Monitore nicht mehr genutzt und keine weiteren platziert werden.


Unnatürliche Aufhellung des Nachthimmels – Lichtverschmutzung


Beleuchtete Werbeanlagen und Displays sind für einen Teil der Lichtverschmutzung verantwortlich. Künstliches Licht bei Nacht kann bei Menschen Schlafprobleme verursachen und Erkrankungen begünstigen. Tiere leiden, weil ihr Tag-Nacht-Rhythmus gestört wird, und die Artenvielfalt nimmt ab. Insekten, Vögel, Amphibien und sogar Pflanzen leiden unter Lichtverschmutzung. Abgesehen davon sehen wir in der Nacht weniger Sterne. 🙁


Hoher Energieverbrauch


Allein das Werbeunternehmen STRÖER verbrauchte im Jahr 2023 für den Betrieb seiner Werbeanlagen mehr als 60 Millionen kWh. Dies ist vergleichbar mit etwa 40.000 Einpersonenhaushalten. Der Verzicht auf Werbemonitore spart Energie und trägt somit zum Klimaschutz bei.


Stress für Menschen

Werbung möchte mitbekommen werden und unsere Aufmerksamkeit erregen. Ob durch Bewegung, Flackern oder Farben, welche einen „anschreien“. Besonders animierte und bewegte Werbung stresst. Der künstlich erzeugte Kaufdruck kann Stress auslösen, indem beispielsweise die Angst geschürt wird, attraktive Angebote, Trends oder eine Gelegenheit, glücklicher zu werden, zu verpassen. Außerdem können die vielen Eindrücke zu Reizüberflutungen führen, worunter besonders neurodivergente Menschen leiden.

Verkehrssicherheit


Werbung möchte angeschaut werden. Bewegte Werbung lenkt uns länger ab als unbewegte Werbung. Bei analogen Werbeanlagen schauen wir im Straßenverkehr etwa 1,85 Sekunden hin und bei digitalen Werbemonitoren etwa 2,38 Sekunden. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt ein Fahrzeug in 1,85 Sekunden 25 Meter und in 2,38 Sekunden 33 Meter zurück. In den Sekunden, in denen wir auf die Werbung schauen sind wir abgelenkt und fahren unaufmerksamer, was Unfälle begünstigt.


Mögliche Beeinflussung durch Sponsoring in öffentlichen Bildungseinrichtungen


Die Präsenz von Unternehmen durch Sponsoring in Kitas, Schulen und Hochschulen ist ein sensibles Spannungsfeld. Kinder und Jugendliche sind für Unternehmen besonders attraktiv, da Markenpräferenzen meist in jungen Jahren geprägt werden. Werbung und Sponsoring können das Ziel verfolgen, den Empfänger in eine bestimmte Richtung zu lenken z. B. ein Wohlwollen für ein Unternehmen zu erzeugen, weswegen ein generelles Werbeverbot in Kitas und Schulen herrschen soll. Mit „Berlin Werbefrei“ müsste zukünftig bei Sponsoring ausgeschlossen sein, dass die gesponserten Materialien einen Einfluss auf die Bildung oder die Forschung nehmen.

Durch die Forderungen von „Berlin Werbefrei“ ist mit einer Abnahme von konsumanregender Werbung zu rechnen. Viele Käufe entstehen erst weil Werbung ein Bedürfnis ausgelöst hat, nicht durch tatsächlichen Bedarf. Sie fördert Konsum, der nicht nötig gewesen wäre. Weniger Werbung in unseren Städten ist der Anfang zu einer Welt, in der wir alle weniger kaufen, was wir nicht brauchen. Weniger Konsum begünstigt Ressourcenschonung und somit Umwelt- und Naturschutz.

Wir setzen uns für mehr Soziales, Kunst und Kultur ein. Besonders in Berlin gibt es viele Möglichkeiten (die gratis sind), Neues zu lernen, sich auszutauschen, sich politisch einzusetzen, zu helfen oder Spaß zu haben.

Was würden sich für Möglichkeiten eröffnen und wie würde sich unsere Gesellschaft verändern, wenn umweltschonende, soziale, kulturelle und kreative Initiativen sichtbarer wären?

Wenn du die Forderungen von Berlin Werbefrei gut findest: Setze jetzt deine Stimme dafür ein!

Wo hat man, wenn man nicht in der Politik arbeitet, so viel politischen Einfluss wie bei Volksbegehren und Volksentscheiden?!?

Bis zum 8. Mai hast du Zeit, um zu unterschreiben. Aber je früher du unterschreibst, desto schneller gehen die Zahlen hoch, die Aufmerksamkeit erregen und die die Sammler*innen motivieren.

Hast du noch Fragen zum Volksbegehren?

Melde dich gerne unter: ed.ierfebrew-nilreb@ofni

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