Vergessene Vitamine: Zu gut für die Tonne
Ein Projekt unserer Praktikant*innen zum Thema Lebensmittelverschwendung.
Unser Projekt
Beitrag geschrieben von Valentina, Stop-Motion Film produziert von Casjen und Valentina
Im Rahmen unseres Schülerpraktikums bei der BUNDjugend Berlin haben wir uns als Praktikant*innen dazu entschieden, das Thema Lebensmittelverschwendung näher zu betrachten.
Wir haben zu dem Thema recherchiert und uns kreativ damit auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist ein kurzer Stop-Motion Film, welchen Du Dir gerne hier auf der Seite oder auf unserem Instagram-Account angucken kannst. Wenn Du das bereits getan hast, dann mach Dir keine Sorgen— unsere gelben und braunen Protagonist*innen des Films wurden natürlich auch nach Dreh weiterverwendet.
Lebensmittel und ihre Bedeutung
Lebensmittel sind eine unverzichtbare Grundlage für die Gesundheit. Ohne Lebensmittel kann unser Körper sich nicht entwickeln, erholen oder generell funktionieren. Deswegen ist es wichtig, dass wir achtsamer mit Lebensmitteln umgehen, weil eine bewusstere Ernährung zu einigen positiven Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt führen kann. Auch ist aber wichtig zu bemerken, dass es überall Menschen gibt, die leider keine Ernährungssicherheit haben. Es handelt sich aber hierbei um ein globales Verteilungsproblem.
Deutschland ist ein Land, welches seiner Bevölkerung Ernährungssicherheit bieten kann. Wichtig zu bemerken ist, dass nicht jede einzelne Person in Deutschland diese Ernährungssicherheit besitzt. 2022 konnten sich ca. 11,4% der Bevölkerung nicht jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten [Q7]— das sind fast zehn Millionen Menschen [Q8]. Eine vollwertige Mahlzeit ist eine ausgewogene Mahlzeit, die aus gesunden Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten besteht.
Obwohl für eine große Anzahl an Menschen die Ernährung mangelhaft ist, gab es laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im selben Jahr in Deutschland Lebensmittelabfälle in Höhe von 10,8 Mio. Tonnen. Das ist ein Zustand, der schon seit Jahren zu beobachten ist, da es sich um die grobe Schätzung von Deutschlands jährlichem Verbrauch handelt. Besonders überraschend war für uns, dass 58% dieser 10,8 Mio. Tonnen aus privaten Haushalten kommen [Q2]. Denn wir haben angenommen, dass die Mehrheit von verschwendeten Lebensmitteln größeren Konzernen zugeschrieben werden könnte. Das soll aber die Verantwortung der großen Konzerne nicht komplett auf uns Bürger*innen verschieben, da diese weiterhin mehr Kontrolle über den Lebensmittelmarkt, die produzierten Waren und den Umgang mit diesen Waren haben als wir.
Es liegt trotzdem im größten Maß in unseren Händen, also:
Was kannst Du tun, um weniger Lebensmittel zu verschwenden?
Eine grundlegende Maßnahme benötigt nicht viel, sie ist sogar kostenlos und sofort umsetzbar— das Ändern Deiner eigenen Perspektive. Achte mal wirklich auf die Lebensmittel, die Du kaufst und weg wirfst. Schmeißt Du eine Banane in die Tonne, weil sie braune Flecken hat? Greifst Du lieber zum fast unnatürlichen, dunkelroten Apfel oder zum leicht gelb und grünen Apfel? Vielleicht bemerkst Du bei Dir, dass diese Aussortierung unbewusst und allmählich automatisiert geschieht, aber dies lässt sich leicht ändern. Nur weil ein Lebensmittel nicht perfekt aussieht, ist es lange noch nicht ungenießbar. Sie unterscheiden sich nur von ihrer Ästhetik, aber das wichtige, ihre Nährwerte sind identisch.

Ist Dir aber die Ansicht von schrumpeligen Gurken zu viel? Zerkleinere sie zu einen Gurkensalat. Ist Dir eine Banane zu krumm und braun? Mach aus ihr einen Smoothie oder Bananenbrot. Denn hast Du jemals einen „hässlichen“ Salat oder Smoothie gesehen [Q6]?
Auch gut zu wissen ist, dass du aussortierte oder etwas ältere Lebensmittel günstiger als üblich kriegen kannst, z.B. bei Too Good To Go, einer leicht verwendbaren App. Auf Too Good To Go kannst Du bei verschiedenen Läden günstige Überraschungstüten mit überschüssigen Lebensmitteln oder auch bspw. Backwaren reservieren und abholen, die der Laden sonst wegwerfen würde. Es gibt auch Alternativen wie den Verein Foodsharing e.V., wo du selbst deine Lebensmittel abholen und abgeben kannst [Q3], die Plattform FoodTogether, auf der Du direkten Zugang zu Produkten aus nachhaltiger und ökologischer Landwirtschaft hast [Q4] und weitere. Simplere Möglichkeiten gibt es natürlich auch — hast du jemals bei beim Bäcker um der Ecke gefragt, ob diese*r möglicherweise ältere oder aussortierte Ware verkauft? Denn Fragen schadet nie und vielleicht bringst du deinen Bäcker zum ersten Mal auf den Gedanken. Übrigens, am 26.09. ist der Tag der Lebensmittelrettung bei foodsharing, wobei unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema stattfinden [Q5].
Am wichtigsten bleibt Deine eigene Haltung, die nur Du bewusst ändern kannst. Denn auch wenn einiges recht demotivierend sein kann, gibt es auch immer positives. Das zeigt sich z.B. am eindeutigen Rückgang von von Hunger betroffenen Menschen. 2004 waren 819 Mio. Menschen weltweit von Hunger betroffen. Bis 2024 ist die Zahl der von Hunger betroffenen Menschen weltweit auf 673 Mio. Menschen zurückgegangen [Q1]. Auch wenn mehrere Aspekte in diesen komplexen Thema zusammenhängen und nicht nur die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung allein Änderungen bewirkt, ist es ein wichtiger Faktor von vielen, bei dem wir alle anpacken können.
Quellen:
[Q3]: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/hier-bekommen-lebensmittel-eine-zweite-chance-7003366.html
[Q4]: https://www.tip-berlin.de/stadtleben/lebensmittel-retten-foodsharing-essen/
[Q5]: https://foodsharing.de/
[Q6]: https://www.braunhousehold.com/de-at/e/inspiration/less-food-waste/imperfect-food
[Q8]: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_235_12411.html