BUNDjugend  

Klimafasten 2019

Auch dieses Jahr ruft die BUNDjugend im Rahmen des Klimafastens dazu auf, vom 06. März bis 20. April eigene Verhaltensmuster in Frage zu stellen und einen klimafreundlicheren Lebensstil zu auszuprobieren. Weitere Infos dazu findet ihr hier.

Seine Verhaltensmuster zu ändern kann zu vielen Problemen, aber auch zu Glücksmomenten führen. Wir möchten diese hier sammeln und jede*n dazu ermutigen mit zu fasten, denn zusammen können wir sowohl im kleinen als auch im großen Rahmen etwas ändern!

Klimafastentagebuch

Luisa möchte vegan leben, Anita fastet Plastik und andere fahren für die nächsten 40 Tage nur noch mit dem Rad zur Schule oder zur Uni. Hier kannst Du unsere Erlebnisse nachverfolgen. Im Laufe der Zeit werden immer mehr Einträge dazu kommen. Es lohnt sich also immer mal wieder vorbei zu schauen.

 

07.03.2019, Klimafasten-Challenge: vegan, Tag 2 (Clara)

Heute ist mein zweiter veganer Tag und mir graust es ein bisschen vor den vielen, die noch kommen. Dabei habe ich noch gar nicht richtig angefangen – es gibt ja noch Milch- und Joghurtreste aufzubrauchen.

Aber von vorne: Pünktlich zu Beginn der Fastenzeit bin ich am Dienstag Abend einkaufen gegangen. Lupinen-Joghurt, Soja-Joghurt, Hafermilch, Hummus… Am Keksregal dann zunehmende Verzweiflung: Warum ist denn hier immer irgendein rätselhafter Milch-Bestandteil drin? Die Oreos sind zwar vegan, aber zu je vier Stück in Plastik verpackt. Schließlich erinnerte ich mich, das Manner-Waffeln vegan sind. Dafür war allerdings Palmöl drin. Naja, man kann nicht alles haben, dachte ich, die Waffeln landeten im Einkaufswagen.

Wir wollten noch kochen. Ich hatte Appetit auf Schupfnudeln. Leider war da Ei drin. Naja, was soll’s die Fastenzeit fing ja erst morgen an, und wenn ich morgen Reste essen würde, zählte das ja noch nicht richtig mit. Es gab dann also Schupfnudeln in Butter gebraten (sie musste weg!) mit Lauch und Champignons (immerhin saisonal!) und Knoblauch und sie mundeten vorzüglich.

Am Aschermittwoch dann der Schock auf der Arbeit: Es gab Kuchen! Gleich am ersten Tag forderte mich das Schicksal heraus. Und ich gab ihm nach. Aber nur ein kleines Stück…

Abends sündigte ich dann auch noch beim Abendbrot, bei dem ich ein kleines Stück Käse stibitze, da meine Aufstriche mir zu eintönig waren. „Na, das läuft ja erfolgreich bei dir“, kommentierte mein Freund. Nun gut, man muss sich eben langsam steigern.

Heute habe ich dann mein erstes veganes Müsli gefrühstückt (beim Niederschreiben dieses Satzes fällt mir auf, dass das nicht ganz stimmt, da in den Dinkel-Pops Honig enthalten ist), mit Soja-Vanille-Joghurt und Sojamilch. Es schmeckte etwas gewöhungsbedürftig, süßer und weniger säuerlich als mit Naturjoghurt, dafür mit einer ganz leichten bitteren Note. Ich frage mich auch, ob der Soja-Joghurt so eine gute Alternative ist, da er ein viel stärker verarbeitetes Produkt ist als Naturjoghurt, mit zugesetztem Zucker und Stabilisatoren und all solchem Zeug. Ist das wirklich besser für mich und die Umwelt?

Auch wenn dieser Text erstmal viele Komplikationen der veganen Ernährung aufzeigt, habe ich jedenfalls vor, es bis auf wenige Ausnahmen (gerettetes oder geschenktes Essen) erstmal durchzuziehen mit dem Veganismus. Zur Etablierung einer neuen Gewohnheit braucht es durchschnittlich 21 Tage. Nach vier Wochen möchte ich schauen: Was vermisse ich kaum noch? Was fällt mir immer noch schwer? Und dann werde ich sehen, wie es weitergeht.

Bis dahin vertiefe ich mich erstmal in vegane Rezepte.